Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Kontakt/FAQ 
Forum für Mitglieder und Freunde der
Volkssternwarte Köln
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 210 mal aufgerufen
Bei Antworten informieren
 Rund ums Beobachten
yeti Offline

Mitglied VdS


Beiträge: 144

16.12.2016 20:06
Die Hülle der Nova 1901 Persei antworten

Hallo Sternfreunde,

der veränderliche Stern GK Persei leuchtete im Februar 1901 als sehr helle Nova auf und war eine Zeitlang mit 0m.2 so hell wie Wega. Bald darauf entdeckten die Astronomen eine Hülle um den Stern, die sich langsam ausdehnt. Anfangs war es ein Lichtecho an den Gaswolken die zuvor ausgestossen wurden; später beobachtete man Gasknoten von Wasserstoffgas, das direkt vom Novaausbruch stammt. Die Knoten haben Geschwindigkeiten von 600-1000 km/sec. Die Entfernung zur Nova wurde mit ca. 1500 Lj bestimmt. Die Knoten bewegen sich mit 0.2" bis knapp 0.5" pro Jahr vom Zentrum weg. Man sollte also mit mittelgroßen Amateurinstrumenten nach einigen Jahren Veränderungen der Novahülle beobachten können.

Ich hatte die Nova schon einmal 2015 mit meinem 16"Maksutov fotografiert und jetzt wieder mit dem selben Instrument und der selben Kamera. Diesmal verwendete ich neben einem Schmalband (7nm)-H-Alpha-Filter noch ein OIII- und SII-Filter. Allerdings leuchtet die Hülle fast nur im Lichte der Wasserstofflinie. Die anderen Belichtungsreihen zeigten nichts oder fast nichts von der Hülle. Um die Dynamik der Hülle zu dokumentieren, reichte die Zeitdifferenz von einem Jahr noch nicht aus. Im Internet fand ich ein schönes Farbbild von Adam Block des Mount Lemmon SkyCenter der Universität Arizona. Die Aufnahme ist vom Herbst 2011. Das Instrument war ein 32" RC Teleskop. Die Belichtungszeiten in H-Alpha, R,B und G betrugen insgesamt 47.5 Stunden. Damit kann ich natürlich nicht konkurrieren. Mein Bild zeigt aber auch sehr schön die rot leuchtenden H-Alpha-Knoten. Ich habe mein Bild mit der Aufnahme von Block zur Deckung gebracht und aus beiden Bilder eine Animation erstellt, die deutlich die Ausdehnung der Hülle innerhalb von 5 Jahren zeigt.

Die beigefügten Bilder zeigen die Novahülle aufgenommen mit dem Maksutov in H-Alpha, in OIII, in einer Farbkombination von H-Alpha mit OIII und in der Animation mit dem Block-Bild.

Meine Bilddaten sind: 16" Maksutov mit 0.8x Reducer, f_eff=3200mm, QHY22, eine gekühlte monochrome CCD-Kamera, 2 Aufnahmereihen vom 28. Nov. und 5. Dez. 2016, Gesamtbelichtung in H-Alpha = 4,5 Stunden, in OIII = 1,8 Stunden.

Viele Grüße aus der Eifel
Yeti

Angefügte Bilder:
gkper-summe-h-alpha.jpg   gkper-summe-oiii.jpg   gkper-color-summe.jpg   nova.gif  
Als Diashow anzeigen
Blue Star Offline

Mitglied VdS /
Moderator

Beiträge: 286

19.12.2016 21:57
#2 RE: Die Hülle der Nova 1901 Persei antworten

Hallo Yeti,

schöne Bilder und mal wieder einen großen Dank für das Zeigen der Objekte, die nicht in jeder Liste zu finden sind. Ich glaube, dass ich die Nova 1901 Persei ebenfalls mal in meine Liste aufnehmen werde.

Schönen Gruß
Karsten

yeti Offline

Mitglied VdS


Beiträge: 144

20.12.2016 11:08
#3 RE: Die Hülle der Nova 1901 Persei antworten

Hallo Karsten,
da die Novahülle fast ausschließlich in H-Alpha leuchtet, sollte es mit einem entsprechenden Filter selbst unter Großstadtbedingungen möglich sein, sie nach einigen Minuten Belichtungszeit nachzuweisen. Könnt ihr mit dem CLT so lange fehlerfrei nachführen? Das wäre das richtige Teleskop. Mein H-Alpha Filter ist das 6nm Filter von Baader. Der hat inzwischen auch eines mit noch schmalerer Halbwertsbreite, das noch besser geeignet wäre, das Stadtlicht zu reduzieren.
Viele Grüße
Martin

Blue Star Offline

Mitglied VdS /
Moderator

Beiträge: 286

27.12.2016 18:54
#4 RE: Die Hülle der Nova 1901 Persei antworten

Hallo Martin,

ich bin noch leider nicht im Besitz eines solchen Schmalbandfilters, aber wie heißt es doch immer so schön, was nicht ist kann ja noch werden.

Noch kurz was zu deiner Frage bzgl. des CLT. Nein wir können das leider immer noch nicht.

Schönen Gruß
Karsten

 Sprung