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 Astrofotografie und Bildbearbeitung
T Tauri Offline

Mitglied VdS /
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Beiträge: 472

30.08.2022 01:02
Sonne im H-Alpha am 28.08.2022 antworten

Hallo Zusammen!

Am 28.08. 2022 probierte ich es erstmalig mit "H-Alpha-Knipsen". Mein gebrauchtes Sonnenteleskop ist ein azimutal montierter Eigenbau von Matthias Wirth, der vor über 10 Jahren für die Volkssternwarte einen ZEISS Telementor C63/840mm Refraktor mit einem 60mm SOLARSCOPE Filterset kombinierte. (Single Stack Kippfilter) Ende letzten Jahres konnte ich den ausgemusterten Tubus dem Verein abkaufen und ersetzte den Original-Blockfilter durch einen von Peter Schmidt vermittelten LUNT-Lille Blockfilter mit Kipphebel für den bequemen Wechsel zwischen H-Alpha und Fleckenbeobachtung auf der Oberfläche. Ein TELEVUE DELITE 18.2mm Okular (46x) und ein ASTROGARTEN Sonnensucher komplettieren meinen leichten Sonnen-Schnellspechtler zum "Rausstellen statt Aufbauen" für den Balkon. Am gestrigen Sonntagnachmittag lohnte sich das Wetter und mir fiel visuell eine XL-Protuberanz auf der Südhalbkugel ins Auge, die kontrastreich genug für einen Knips-Versuch mit einfachsten Mitteln zu sein schien. Gegen 18:00 Uhr MESZ hielt ich meine Kompakt-DigiCam PANASONIC LUMIX LX100-II frei über das Okular und hatte manuell den Fokus auf unendlich, die Blende auf 11 und die Zeit auf 1/2000 eingestellt. Das helle Bild hinter dem von Peter modifizierten LUNT 1800 Blockfilter ermöglichte Belichtungsdaten, welche ein "Knipsen" ohne Nachführung erlaubten. Das Bild ist nicht optimal fokussiert, trotzdem erkennt man die große südliche Protuberanz und einige Fackelgebiete auf der Scheibe. Leider nicht auf dem Bild erkennbar war eine auf der 19-Uhr-Position am Rand liegende "Glühwendel", die sich in Spiralform über dem kleinen weißen Fackelgebiet erhob. Der SDO-Satellit der NASA sah diese Struktur im 24h-Video als Ausgangspunkt mehrerer kleinerer Flares. Leider bekam ich die filigrane Struktur nur visuell scharf genug fokussiert - das Foto ist zu verschwommen. Immerhin eine Möglichkeit, die solare "Großwetterlage" schnell & bequem festzuhalten, wenn sich was Besonderes tut. Die Nachbearbeitung bestand auf der Optimierung der Gradationskurve mit PHOTOSHOP. Das 2. Foto zeigt das alte 60mm-H-Alpha-Teleskop an seiner ehemaligen Wirkungsstätte auf dem 140mm TEC-Refraktor. Dort arbeitet inzwischen der BRESSER/LILLE Vierzöller als erfolgreicher Nachfolger.

Sonnige Grüße

Rudi

Angefügte Bilder:
Sonne_H-Alpha_2022-08-28_RGB.jpg   f30t1096p2751n6_SxMFikIt.jpg  
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