Liebe Sternfreunde, liebe Astro-Fotografen der Volkssternwarte Köln,
am kommenden Wochenende beginnt inoffiziell für viele Sternfreunde die hochsommerliche Beobachtungssaison unserer Heimatgalaxie, unserer Milchstrasse. In Zeiten weiter anwachsender Lichtverschmutzung interessiert es mich brennend, wo Orte innerhalb oder nahe der Stadtgrenze unserer Heimatstadt liegen, an denen man die Milchstrasse noch mit blossem Auge wahrnehmen kann. Kennt jemand von Euch solche Beobachtungsplätze?
In meiner Erinnerung konnte ich in Köln-Niehl in der Mitte der 70er die Milchstrasse noch im Zenit mit blossem Auge ausmachen.
Ich möchte Euch mit diesem Forumsbeitrag zu einer Milchstrassen-Challenge einladen: Derjenige, der ein aktuelles Foto mit einer merklich sichtbaren Milchstrasse in diesem Forumsbeitrag beisteuert, und die kürzeste Distanz zwischen Beobachtungsort und dem Vieringsturm unseres Doms aufweist, wird zum MILCHSTRASSEN-FINDER 2025 der Volkssternwarte Köln ernannt. Wer von Euch hat Lust, an der Challenge teilzunehmen: Einsendeschluss ist der 28. September 2025.
Ich mache den Aufschlag für die Challenge mit meiner Aufnahme der Sommermilchstrasse über der "Nikolaus-Kapelle in Wachendorf, Eifel, vom 14.08.2023.
Bitte sendet Eure aktuellen Aufnahmen / Zwischenstände in diesen Forumsbeitrag. Vorab besten Dank. Ich wünsche Euch allen sternklaren Erfolg!
ich habe gerade (um 02:05 Uhr) die Milchstraße im Zenit gesichtet, und zwar das helle Stück zwischen Deneb und Wega bis zu Atair. Wir hatten bis Dienstag immer wieder heftige Regenschauer hier, am Mittwoch konnte das wechselhafte Wetter mangels starker Aufheizung die Dunstglocke noch nicht wieder auffüllen, so daß in dieser Nacht von Mittwoch auf Donnerstag besonders klare Luft die nötige Durchsicht erlaubt.
Beobachtungsort: im südlichen Teil von Köln-Zollstock, gleich vor der Haustür, d.h. trotz Streulicht durch die LED-Straßenlaternen. Aber diese schwache Aufhellung als Milchstraße zu erkennen, erschließt sich vermutlich nur denjenigen, die sie schon mal an einem richtig guten Beobachtungsort gesehen haben.
Nach meiner Erfahrung gibt es übrigens jährlich weniger als ca. 10 Nächte, in denen man in Zollstock die Milchstraße sieht. Voraussetzung dafür waren immer heftige Regenschauer über einige Tage, was eher im April passiert.
ich danke Dir für Deinen bewegenden Augenzeugenbericht über Deine besondere Beobachtung der Michstrasse bedingt durch die beobachtungsfördernden Witterungsbedingungen am Himmel unserer Heimatstadt. Grandios.
Für alle anderen Sternfreunde sollte dies eine Einladung sein, Ihre Augenzeugenberichte ebenfalls als Fortsetzung in diesem Forumsbericht abzugeben.
Rettet die Nacht! Save the Dark
Mit sternklarem Dank Euer Major Tom [im Einsatz für das Sternenlicht*]
Milchstrassenlichtsuche am Franziskussee nahe Brühl
Liebe Sternfreunde,
meine o. a. Challenge zur KÖLN-nahesten Sichtung von Milchstrassenlicht weckt selbstverständlich auch bei mir selber den Ehrgeiz, ambitionierte Exkursionen zu unternehmen.
Ich habe bei Tage mehrere Beobachtungsplätzchen am Franziskussee nahe Brühl ausgekundschaftet. Für den Weg vom Parkplatz bis zum Beobachtungsort am See benötige ich zu Fuß rund 12 bis 15 Minuten. Die direkte Anfahrt per Kfz ist nicht gestattet, da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt. So habe ich mehrere Sternfreunde angefragt, ob sie mit mir gemeinsam die Milchstrassenlichtsuche unternehmen wollen – eine sichere gemeinsame Beobachtung und Fotosession inklusive. Viele hatten Lust, aber waren schon verplant. So habe ich lange mit mir gerungen, ob ich die alleinige Rückkehr zum Auto durch die Dunkelheit unternehmen will. Da das Wetter zum Abend hin immer freundlicher wurde, habe ich mich dann für die Solo-Exkursion entschieden … Um 20:48 MESZ geht die Sonne unter, kurz danach bin ich vor Ort. Der Blick von Norden auf das Südufer des Franziskussees ist sehr reizvoll. Wilde Gänse fliegen in Formation über den See und das Dutzend landet unter lautem Geschnatter auf der Seenmitte. In der blauen Stunde leuchtet die Landschaft in vielen Farben. Ich sitze in meinem Campingstuhl und genieße die Stille. Um mich rum kreisen zahlreiche Insekten. Meinem Mückenspray seidank machen die Blutsauger einen großen Bogen um mich. Mit Beginn der Dunkelheit kann ich Fledermäuse bei der Mückenjagd beobachten. Die Zeit, bis die ersten Sterne zu sehen sind, vergeht wie im Fluge …
Von meinem Beobachtungsplatz aus kann ich kein Störlicht von grösseren Dörfern ausmachen. Die notwendige Dunkelheit für eine erfolgreiche Milchstrassenbeobachtung mit blossem Auge bleibt leider aus: mein SQM-Messgerät zeigte in der Spitze einen Wert von 20,05 [mag/sqas] bei Ausrichtung in den Zenit. Am „Ende des Tages“ habe ich mit meinen eigenen Augen keine Fragmente der Milchstrasse erkennen können.
Auf der Rückfahrt denke ich noch lange an die gerade erlebten Naturwahrnehmungen – ich frage mich allerdings, ob ich doch etwas naiv bin zu glauben, innerhalb eines Radius von 15 km von der Stadtmitte unserer Heimatstadt aus gesehen, Milchstrassenlicht beobachten zu können … ich bleibe dran …
FORTSETZUNG folgt!
Standort: 50°82´57.06´´ N 6°84´60.44´´ O
Ich habe mein bekannt simples Equipment genutzt: sony alpha 6000, Stativ Rollei c5i mit „Gewicht“
8981, nördlich des Schützen hat sich ein kleiner Perseide gezeigt gewählte Belichtungszeiten 4 sec ISO 3200 Weitwinkel Samyang 12 mm, Blende 4
9006, Vega in der Leier ist in dieser Zenitaufnahme auszumachen gewählte Belichtungszeiten 6 sec ISO 1600 Weitwinkel Samyang 12 mm, Blende 4
Der Beobachtungsplatz um 21 Uhr vor Beginn der "blauen Stunde"
Mit sternklaren Grüßen Major_Tom_cgn [im Einsatz für das Sternenlicht*]