Startrailaufnahme, Polarlichter und ISS, 19. und 20.01.2026
Eigentlich wollte ich an diesem Abend (19.01.2026) nur eine Startrailaufnahme mit dem Vordergrundmotiv Hubertuskapelle in Floisdorf (SternenLandschaft Eifel „Mondnacht“) erstellen. Bekam aber von einem Sternfreund die Info, das an diesem Abend auch Polarlichter zu sehen sein sollten. Der Auslöser war ein Sonnensturm vom 18.01.2026. Mit den Startrailaufnahmen begann ich ab ca. 18:50 Uhr MEZ. Gegen 21:30 Uhr, ich wollte gegen 22 Uhr meine Aufnahmeserie beenden, sagte jemand laut: Polarlichter am nördlichen Horizont zu sehen. Da ich leider keinen zweiten Fotoapparat mit hatte beendete ich meine Startrailaufnahme gegen 21:55 Uhr. Dabei erwischte ich hinter der Hubertuskapelle noch einen Teil der Polarlichter die zu diesem Zeitpunkt erst zu leuchten begannen. Glück gehabt! Danach wechselte ich die gesamte Ausrüstung Richtung nördlichem Standpunkt, sodass ich die Kapelle im Rücken hatte. Die Sicht vom „Sternenpark Mondnacht“ war einfach toll. Hier machte ich dann weitere „Startrailaufnahmen“ vom ganzen geschehen bis Mitternacht da die Polarlichter kamen und gingen. Manchmal in einem so kräftigen grün das man meinte jemand schaltet einen Strahler an der vom Horizont im Nordwesten bis weit hinter den Jupiter leuchtet. So etwas hatte ich hier in Deutschland noch nicht gesehen! Sie entstehen wenn Teilchen besonders tief in die Erdatmosphäre eindringen. Hier Sauerstoff in etwa 100 km Höhe über der Erdoberfläche die durch Elektronen angeregt werden. Einen Tag später traf ich mich nochmals mit einem Sternfreund an der Hubertuskapelle um die ISS über dieser zu fotografieren sowie eventuell angesagte weitere Polarlichter fest zu halten. Leider waren diese nicht mehr so stark und häufig wie am Vorabend.
Mit einem Fischaugenvorsatz, am 20.01.2026, (Soligor 200Grad!) an einem 24mm Canonobjektiv das in den Zenit gerichtet wurde sah ich bei einer Aufnahme einen SAR-Bogen. SAR-Bogen: Das SAR (Stable Auroral Red) Polarlicht wurde erst im Jahr 1956 entdeckt. Der Grund hierfür ist, dass dieses Polarlicht kaum für das menschliche Auge sichtbar ist. Es zeichnet sich durch einen schwachen roten Polarlichtbogen aus, der sich vom Westhorizont, über den gesamten Himmel bis zum Osthorizont erstreckt und relativ langlebig ist. SAR Polarlicht emittiert rotes Licht in einer Wellenlänge von 630nm und entsteht in der Ionosphäre in ca. 400 km Höhe. Für die Entstehung sind Elektronen verantwortlich. Aufnahmedaten und Ausrüstung: Ort: Hubertuskapelle Floisdorf, ca. 266m über NN. Objektiv: Walimex-Pro 8mm, f3,5. Guiding: kein. Kamera: Canon 760D. Kamera für Fischaugenaufnahmen: Canon 60D. Filter: kein. Belichtungseinstellung: Startrailaufnahmen 339x30sec., ISO 800, Polarlichter 359x20sec. Einzelaufnahmen wurden aus den Startrailaufnahmen entnommen. Bildbearbeitung: Startrails Version 2.3, Endbearbeitung in PS. Ich habe auch einen Zeitrafferfilm der Polarlichter vom 19.01.2026 erstellt.
Nachträglich habe ich am 20.01.2026 nachmittags noch die Sonne im H-Alpha gefilmt um den Auslöser der Polarlichter vom 19.01.2026 fest zu halten. Teleskop: Coronado SolarMax II, DS 90/800mm mit BF30. Kamera: ZWO-ASI 1600mm-mono. Viel Spaß beim Betrachten der Bilder.
vielen Dank für die fantastischen Eindrücke. Da hast echte Stürmerqualitäten bewiesen: zur rechten Zweit am rechten Platz und dann klasse verwandelt 👏👏
Hallo Peter, für mich ist Deine Startrailaufnahme die beste, denn sie erinnert mich in ihrer Farb- und Leuchtkraft am ehesten an das Extremereignis am 12.03.1989 zwischen 22:35 und 23:10 Uhr MEZ, als über ganz Köln 180°-Kino in allen Farben stattfand. Ich habe seitdem kein Polarlicht mehr gesehen, das ähnlich beeindruckend war, auch am 10.05.2025 klaffte im Süden eine etwa 50° große Lücke (in Gedern beim ITV beobachtet). LG Ingo
Sie verbindet detailreich die Ergebnisse des Sonnen-Überwachungssatelliten SDO und des Koronographen CCOR-1 auf dem Wetter-Satelliten GOES-19. Besonders schön, daß die hochenergetischen Vorgänge in Bewegung als Videos genossen werden können. Hier der Link zu dem Flare vom 18.01.2026:
Die Filme zeigen, wie der große Sonnenfleck das Chaos im lokalen Magnetfeld mit seiner Drehbewegung ausgelöst hatte. Das machte das Feld nicht allzu lange mit und entwirrte sich in einem gigantischen Kurzschluß!