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  • Ich habe das mal mittels genauer Ephemeriden nachgerechnet. Bei der Aldebaranbeckung am 23. Feb. 2018 hat der Mond eine Winkelgeschwindigkeit von 0.44" pro Zeitsekunde. D.h. in einer Sekunde bewegt sich der Mond um das 20fache des Aldebarandurchmessers (0.021"). Wenn die Kamera z.B. 20 Bilder pro Sekunde macht, ist das zu wenig. Dann ist die Bedeckung gerade mal auf einem Bild zu sehen. Bei 100 Bildern sollten es schon 5 Bilder sein. Besser wären noch schnellere Kameras.

    Als ich noch auf dem Gornergrat in der Schweiz an unserem Submm-Teleskop tätig war, habe ich mehrfach im Nordturm bei den italienischen Kollegen Beobachtungen von Sternbedeckungen mit verfolgt. Sie hatten an ihrem 1.5m Cassegrainteleskop ein Photometer mit einer Zeitauflösung von besser als 1 millisec. Damit konnten sie auch Durchmesser kleinerer Sterne bestimmen. Bei solch hohen Zeitauflösungen sieht man nicht nur, wie der Stern schwächer wird, sondern sieht deutlich die Effekte der Lichtbeugung, also eine periodische Helligkeitsveränderung, die wie eine gedämpften Schwingung aussieht. Man bekommt bei der Datenanalyse nicht nur den Sterndurchmesser mit hoher Genauigkeit, sondern sieht auch Effekte, wie die Randverdunkelung des Sterns.
    Yeti

  • Thema von yeti im Forum Astrofotografie und Bi...

    Am 14. Mai entdeckte Patrick Wiggins eine Supernova in der großen Spiralgalaxie NGC 6946 im Sternbild Schwan an der Grenze zum Cepheus. Sie hat die Bezeichnung 2017eaw bekommen. Es zeigte sich kurz danach, dass sie vom Typ IIP ist. Die berühmte Supernova SN 1987A in der Großen Magellanschen Wolke war auch von diesem Typ. Diese SN sind das Endstadium eines massereichen Sterns, dessen Kern zu einem Neutronenstern oder sogar Schwarzen Loch kollabiert. P bedeutet "Plateau". Bei dieser Unterklasse zeigt die Lichtkurve nach dem ersten rasanten Anstieg und dem Maximum eine etwa 100 Tage lange gleichbleibende Helligkeit (das Plateau) bei etwas niedriger Helligkeit.

    Die beiden aktuellen Aufnahmen sind von mir am 22. Mai gegen 1 Uhr mit einem 10" Skywatcher Newton und den beiden Atik-Infinity Kameras gemacht worden, die der "Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel - A V V - zunächst vorübergehend zu Testzwecken von der Firma Teleskop-Express überlassen wurden. Die Einzelbelichtungszeiten waren jeweils 30 Sekunden. Die Gesamtbelichtungszeit der SW-Aufnahme betrug 10.5 Minuten und die der Farbkamera 14 Minuten. In der Ausschnittvergrößerung ist die Supernova mit einem Pfeil markiert. Derzeit liegt ihre Helligkeit bei 12,6 Mag. In meiner Sammlung fand ich noch eine ältere Aufnahme von NGC 6946 vom September 2014, die natürlich keinen hellen Stern am Ort der SN zeigt. Wer es nicht direkt sieht, kann sich noch die beigefügte kleine Animation ansehen.

    Yeti, Sternwarte Höchstberg

  • M82 - eine "explodierende" Galaxie?Datum29.03.2017 21:53
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    In früheren Astronomiebüchern wurde M82 oft als explodierende Galaxie beschrieben, weil die Galaxie sehr irregulär erscheint mit H-Alpha Emissionen, die offensichtlich von Wasserstoffgasen herrühren, die aus dem Zentrum der Galaxie strömen. Tasächlich zeigen Beobachtungen Ausströmgeschwindigkeiten von bis zu 800km/sec. Man nennt so etwas einen galaktischen Superwind. Heute wissen die Astronomen, dass M82 eine sehr aktive Starburst-Galaxie ist, die relativ viele Supernovae produziert. Die vorerst letzte leuchtet im Januar 2014 auf. Die Schockfronten der Supernovae blasen den Wasserstoff nach aussen und ionisieren das Gas, so dass wir das rote Leuchten des Wasserstoffs in der H-Alpha-Linie beobachten. Die Galaxie explodiert also nicht in dem Sinne, dass Sterne nach aussen fliegen. Es ist nur das Gas.

    Aufnahmedaten: 16" Maksotov-Teleskop mit 0.8x Reducer, QHY22 monochrome CCD-Kamera, gekühlt, T=-30°C, Belichtungzeiten in Rot, Grün, Blau und H-Alpha: 25, 35, 50, 75 Minuten, 28. März 2017

    Linkes Bild: R,G,B, mittleres Bild: H-Alpha,G,B. Das H-Alpha Bild ist stark kontrastverstärkt, damit die sehr schwache rote Emission gut sichtbar wird. Rechtes Bild: die Supernova von 2014

    Yeti

  • Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Liebe Astro-Jecke,

    während der Jeckenzeit ist es erlaubt, auch mal eine verrückte Theorie zur Sternentstehung zu formulieren und hier vorzustellen. Es ist mein Modell einer astro-biologischen Geburt von Sternen. Beispiele dazu kann der aufmerksame Himmelsbeobachter gerade jetzt in der ersten Nachthälfte beobachten sofern er einigermaßen nüchtern ist. Er braucht nur eine Reise vom Fuhrmann hoch oben am Sternenzelt bis hinunter in das Achterdeck des Schiffes zu unternehmen. Oben findet er einen schönen roten Wasserstoffnebel, also ein Sternentstehungsgebiet mit dem schlichten Namen NGC1893 (so heisst der Sternhaufen in ihm) oder IC410, so nennt man den Emissionsnebel. Manche Leute sagen auch Kaulquappennebel dazu. Ich sehe das aber etwas anders. Hier spielt sich der Initialisierungsprozess einer Sternentstehung statt. Das entspricht biologisch einer Befruchtung. Die zwei Spermatozoon dringen gerade in das himmlische Nebelei hinein.
    [[File:ngc1893-inlet-text.jpg]]

    Wie es dann weiter geht, sehen wir im Nebel NGC2409 im Achterdeck. Die Befruchtung war erfolgreich. Wir beobachten gerade die erste Zellteilung.
    [[File:ngc2409-text.jpg]]


    Nicht weit weg, in NGC 2467 sind schon mehrere Klumpen entstanden. Eine Sternengeburt ist in der Regel eine Mehrfachgeburt. Das ist der normale Prozess bei Sternen. Oft gibt es sogar ganze Sternhaufen mit bis zu hunderten Babys. Damit übertreffen Sternenwolken mit der Zahl ihrer Nachkommen alles was so bei Säugetieren vorkommt. Ein Detail des größten und hellsten Klumpen zeigt uns sogar das Geschlecht des zukünftigen Sternenkindes: es wird ein Mädchen. Es hat, deutlich zu sehen, in X-Chromosom. Weibliche Embryonen haben 2 X-Chromosomen, von denen aber eins später nicht aktiviert wird.
    [[File:ngc2467-inlet_2.jpg]]

    Diesen Artikel können sie ab Aschermittwoch in den Papierkorb für obskure Wissenschaftstheorien werfen.

    Helau oder Alaaf
    Yeti

  • Abell 31 – ein Edelstein im KrebsDatum21.02.2017 17:21
    Foren-Beitrag von yeti im Thema Abell 31 – ein Edelstein im Krebs

    Hallo Prometheus,
    danke für den netten Kommentar, den du hier in das Forum eingestellt hast. In früheren Beiträgen hatte ich ausführlich beschrieben, wieso ich mir das Pseudonym YETI zugelegt hatte.z.B. hier: Die Sternwarten in Yangbajing/Tibet. Seit 2014 sind meine Tätigkeiten in Tibet erstmal beendet. Jetzt bin ich hier in der Eifel oft in meiner Sternwarte tätig und im Observatorium Hoher List bei Daun. Ich mache dort auch Führungen und halte Vorträge. Die Sternwarte wird seit 2012 von einem Verein betrieben, der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel. Was die Leute so machen, findest du hier: www.hoher-list.de. Im Magazin "Vulkaneifel Nr11 2016" gibt es neben einem Beitrag zum Hohen List auch Informationen zu einigen Amateursternwarten , auch der Meinigen, hier in der Vulkaneifel. Ich habe den Artikel im Anhang abgelegt. Fehlt noch meine
    Telefonnummer und email von Admin gelöscht, siehe Nutzungsbedingungen, dafür bitte die privaten Nachrichten nutzen cleopatra
    Den Himmel hier in der Eifel würde ich mit Bortle 3 klassifizieren. Leider gibt es gerade bei mir auch ziemliche Lichtverschutzung. Vor einiger Zeit hatte ich reichlich Ärger mit der Aussenbeleuchtung einer Werkshalle in 3km Entfernung. Es war nicht leicht, den Chef der Firma zu überzeugen, dass er eine riesige Lichtverschmutzung verursacht. Inzwischen hat er aber das deutlich reduziert. Anbei ein Bild, das zeigt, wie es noch vor 1/2 Jahr aussah und natürlich ein Bild meiner Sternwarte.
    Viele Grüße
    Yeti

  • Abell 31 – ein Edelstein im KrebsDatum19.02.2017 17:28
    Thema von yeti im Forum Astrofotografie und Bi...

    Hallo Deep-Sky-Freunde,

    im Sternbild Krebs, das jetzt abends hoch am Himmel steht, finden wir den bekannten Sternhaufen Praesepe (Krippe) = Messier 44, südlich davon einen weiteren, recht hellen offenen Sternhaufen, Messier 67 und einige Galaxien. Etwa 3 Grad südlich von M67 verbirgt sich der sehr große planetarische Nebel Abell 31, der mit 16 Bogenminuten Durchmesser doppelt so groß ist wie der Hantelnebel. Allenfalls die äußere sehr schwache Hülle des Hantelnebels kann im Durchmesser mit ihm konkurrieren. Leider ist Abell 31 sehr leuchtschwach und daher in den meisten Sternkatalogen nicht verzeichnet. Im inneren Bereich des PN dominiert die Strahlung vom 2fach ionisierten Sauerstoff, OIII, weiter außen die des ionisierten Wasserstoffs in H-Alpha. Der Nebel ist also innen türkisfarben und wird von einer roten Hülle umgeben. Der anregende Zentralstern ist ein weißer Zwerg, mit halber Sonnenmasse, dem 4-fachen Durchmesser der Erde und einer Oberflächentemperatur von 85000 K. Der PN dürfte sehr alt sein, sein nördliche Teil ist schon in Auflösung begriffen. Aus HST-Aufnahmen ist 2009 durch Parallaxenmessungen eine Entfernung von 620 pc = 2020 Lichtjahren abgeleitet worden.
    Das beigefügte Bild ist ein Farbkomposit aus H-Alpha-Aufnahmen und OIII-Aufnahmen, die ich in der Nacht vom 18. zum 19. Feb. machen konnte. Rechts unten ist in dem kleinen Bild der Zentralteil des Nebels heraus vergrößert und der bläuliche Zentralstern markiert.

    Viele Grüße
    Yeti

  • 3 Kometen und 2 planetarische NebelDatum16.02.2017 22:40
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Hallo deep Sky Freunde,

    In der letzten Nacht der kürzlichen Schönwetterperiode mit dem Hoch Erika suchte ich die 3 aktuell sichtbaren Kometen auf. Sie sind ab Mitternacht gut zu beobachten. Encke ist leider nicht mehr zu sehen, er steht schon zu tief, wenn der Himmel genügend dunkel geworden ist. Die 3 anderen Kometen sind nur teleskopisch zu beobachten. Der „hellste“ ist Johnson (C/2015 V2). Er hat einen schönen Schweif. Seine Helligkeit ist jetzt etwa 10.5 mag. Er steht im Herkules, etwa 12° nord-westlich von M13. Die Animation zeigt die langsame Bewegung des Johnson innerhalb von 30 Minuten. 31° westlich davon, im Sternbild Jagdhunde, findet man Honda-Mrkos-Pajdusakova (45P). Er ist leider trotz günstiger Vorhersagen deutlich schwächer geworden. Er sollte eine Helligkeit von 6-7 mag haben; er ist aber etwa gleich hell wie die kleine Galaxie UGC 8829 mit 14m.6 . Der Dritte im Bunde ist 41P, Tuttle-Giacobini-Kresak, im Sternbild Löwe, etwa 10° nordwestlich von Regulus.

    Zuvor hatte ich noch 2 weniger bekannte planetarische Nebel fotografiert. Jeweils mit einer Serie mit H-Alpha-Filter und einer zweiten mit OIII-Filter. Damit lassen sich nahezu farbtreue Bilder erzeugen, da die PNs fast nur in H-Alpha und OIII leuchten. NGC 2610 ist in der Wasserschlange zu finden, neben einem hellen, rötlichen K-Stern. Abell 12 ist visuell ein schwieriges Objekt, da er dicht neben dem 4 mag hellen Stern mu Orionis steht. Auf den POSS-Bildern sieht mu in der Rotaufnahme so aus, als hätte der Stern eine Beule, im Blaubild ist der PN völlig überstrahlt. In meinem Bild sieht man noch einen großen schwachen Reflex des Sterns, bedingt durch die Meniskuslinse des Maksutovs.

    Viele Grüße
    Yeti

  • Mondbilder der übleren ArtDatum07.02.2017 16:52
    Foren-Beitrag von yeti im Thema Mondbilder der übleren Art

    Hallo Gruithuisen-Verehrer (Reverend),

    am selbigen Tage habe ich auch Mondbeobachtungen durchgeführt. Auch ich hatte grausames Seeing. Anbei eine Animation, die das zeigt. Deswegen hatte ich nur 3 Aufnahmeserien mit je 1500 frames gemacht. Das Teleskop war mein 16 Zöller mit einer Brennweite von 4m. Die Kamera eine monochrome QHY5-II. Wegen des schlechten Seeings hatte ich ein IR-Durchlassfilter benutzt. Die Bilder zeigen den Sonnenaufgang in den Mondalpen, die 3 Krater Theophilus, Cyrillus und Catarina und die Gegend mit der Ariadaeus/Hyginus Rille, in der auch gerade der Triesnecker mit seinem Rillensystem von der Sonne beleuchtet wird. Das 4. Bild ist auch aus dieser Gegend, wurde aber früher bei besserem Seeing mit Verwendung einer Barlowlinse aufgenommen (6.Jan. 17).
    Viele Grüße
    Yeti

  • Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Liebe Sternfreunde,

    hier könnt ihr an einer Reise quer durch den Wintersternhimmel teilnehmen. Zu den Bildern gibt es kurze Erklärungen mit etwas astro-physikalischem Inhalt.

    [[File:ic1590.text.jpg|none|auto]]
    NGC 281 (IC11) mit dem eingebetteten Sternhaufen IC1590, Pac-Man-Nebel, Durchmesser ca. 30', Entfernung 9500 Lj
    Diese HII Region wird vom Stern HD 5005, dem hellsten Stern im Nebel, zum Leuchten angeregt. Der Stern ist auch eine starke Röntgenstrahlungsquelle. Im Nebel sind einige kleine Dunkelwolken (Bok-Globulen) eingebettet. Die größte steht knapp östlich von HD 5005. In diesen Dunkelwolken können neue Sterne entstehen. Der rot-violette Farbton des Nebels kommt durch zusätzliche Emission in der türkis-farbenen OIII Linie.


    [[File:California-Lacerta-QHY8l.jpg|none|auto]]
    NGC 1499, California-Nebel, HII Region, Winkeldurchmesser ca. 3°, Entfernung 1000Lj
    im Sternbild Perseus, knapp 1° nordöstlich von Xi Persei. Xi ist ein heißer O5 Stern, dessen starke UV-Strahlung den Wasserstoff im Nebel zum Leuchten anregt. Die Wasserstoffatome werden ionisiert und senden bei der Rekombination das rote Licht der H-Alpha Wasserstofflinie aus.

    [[File:L1551-Tak-QHY22.jpg|none|auto]] [[File:L1551-Mak-QHY22-Median-Text.jpg|none|auto]]
    LDN 1551 mit S 239, eine Dunkelwolke im Sternbild Stier in den Hyaden mit einer Sternentstehungsregion, Entfernung ca. 450 Lj
    Diese Wolke gehört mit zum Taurus-Molekülwolkenkomplex, in dem sehr junge Sterne zu finden sind (T-Tauri Sterne) und auch jetzt Sterne entstehen. Die HII Region im Zentrum der Wolke enthält einen sehr jungen Protostern, der alle Muster einer Sternengeburt zeigt: starke Materialausflüsse mit Schockfronten und Herbig-Haro Objekte mit hohen Geschwindigkeiten.

    [[File:M1-Mak-1mteleskop-Halpha-continuum.jpg|none|auto]]
    Messier 1, Krebsnebel, Supernova-Überrest, Entfernung 6300Lj
    Der Nebel hat seinen Ursprung aus einer Supernovaexplosion, die im Jahr 1054 beobachtet wurde. Heute ist die Wolke auf einen Durchmesser von 11 Lj angewachsen. Im Zentrum fanden Radioastronomen einen Pulsar, also einen Neutronenstern mit einem enorm starken Magnetfeld. Ist die Achse des Dipolfeldes gegenüber der Rotationsachse des Sterns geneigt, durchpflügt das Magnetfeld das umgebende ionisierte Gas und reißt die geladenen Teilchen mit, die auf ihren gekrümmten Bahnen Synchrotronstrahlung aussenden, das als bläuliches Licht im Krabbennebel sichtbar ist.

    [[File:M42-Mak-5HII-Summe.jpg|none|auto]]
    Messier 42 ,Orionnebel, Molekülwolke, Emissionsnebel, Entfernung 1350 Lj
    Der Orionnebel ist eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete. Die Trapezsterne sind nur 1 Mio Jahre alt. Im Inneren der Molekülwolke entstehen gerade neue Sterne, unter anderem ein sehr massereiches Objekt, das Becklin-Neugebauer Objekt, das auf Infrarotaufnehmen zu sehen ist. Die HST Aufnahmen zeigen eine Vielzahl von zirkumstellaren Scheiben, die Geburtsstätten von Sternen.

    [[File:B33-Lacerta-QHY8l.jpg|none|auto]] [[File:NGC2024-Tak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]] [[File:B33-Mak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]]
    NGC 2024, Flammennebel, Barnard 33, Pferdekopfnebel, Entfernung 1500Lj
    Die markante Dunkelwolke B33 mit der Form eines Pferdekopfes liegt vor der HII-Region IC 434, die von der UV-Strahlung des O9-Sterns Sigma Orionis (heller Stern westlich von B33) ionisiert wird. Der Flammennebel ist etwa gleich weit entfernt. Im Zentrum des Nebels zeigen Infrarotbeobachtungen einen jungen Sternhaufen, der aber im Sichtbaren von der davor liegenden Dunkelwolke verdeckt ist. Der helle Stern Alnitak westlich von NGC2024 steht mit dem Nebel nicht in Verbindung, er ist nur etwa halb so weit von uns entfernt.

    [[File:ngc1514-Mak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]]
    NGC 1514, planetarischer Nebel im Stier, Entfernung 600...1000 Lj
    Das Gas des Nebels expandiert mit einer Geschwindigkeit von 25km/s. Der anregende Stern im Zentrum ist ein enger Doppelstern mit einer Bahnperiode von knapp 10 Stunden. Die kleinere Komponente des Paares ist ein heißer Subzwerg der Spektralklasse O. Die Emission in OIII ist etwa doppelt so stark wie in H-Alpha, daher hat der Nebel eine blau-grünliche Farbe. Infrarotbilder zeigen zwei Staubringe um das Zentrum.

    [[File:ngc2346-Mak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]]
    NGC 2346, Schmetterling-Nebel, planetarischer Nebel im Sternbild Einhorn, Entfernung 2000 LJ
    Auch hier befindet sich ein Doppelstern im Zentrum des PN, der eine Periode von 16 Tagen hat. Solche bipolare Nebel können sich bilden, wenn sich eine Komponente zum Roten Riesen entwickelt und sich dabei so weit ausdehnt, dass seine Hülle in eine Scheibe um den kleineren Stern gesogen wird, oder sogar der kleine Stern sich ganz in der Hülle des Riesensterns befindet. Diese dramatischen Veränderungen bewirken Instabilitäten in der Heliumfusion des Roten Riesen, so dass plötzliche Energieausbrüche Teile der gemeinsamen Hülle abstoßen. Magnetfelder können die Gasjets weiter fokussieren. Es entsteht eine bipolare Nebelstruktur, die durch Präzessionsbewegungen im Laufe der Zeit weiter verbreitert werden kann.

    [[File:ngc6543-color-inlet.jpg|none|auto]]
    NGC 6543, Katzenaugen-Nebel, planetarischer Nebel im Drachen, Entfernung ca. 3000Lj
    Auch hier vermuten die Astronomen ein Doppelsternsystem im Zentrum, wobei eine Komponente ein Roter Riese war. Dieser hatte schon vor langer Zeit eine Hülle abgestoßen, die auf lang-belichteten Aufnahmen sichtbar wird. Die komplexe Gestalt des hellen, inneren Teils mit etwa 20 Bogensekunden Durchmesser könnte ähnlich erklärt werden, wie zuvor bei NGC 2346 beschrieben.
    Weitere Einzelheiten und eine Animation finden sie hier: Ein aufblühendes Katzenauge

    [[File:Thor-Mak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]]
    NGC 2359, Thors Helm, Wolf-Rayet-Stern mit Nebel, Entfernung 15000 Lj
    Wolf-Rayet-Sterne sind sehr massereiche Sterne (zwischen 10 und ~200 Sonnenmassen) die durch Wechselwirkung mit einem engen Begleiter ihre äußere Hülle verlieren. Der freigelegte Kern hat eine Oberflächentemperatur von 30 000 bis 100 000K und bläst das abströmende Gas durch Strahlungsdruck mit bis zu 4000km/s in die Umgebung. Die UV-Strahlung ionisiert den Wasserstoff und den Sauerstoff zweifach, so dass der umgebende Nebel auf Farbaufnahmen rot und blau-grün erscheint (H-Alpha, O III).

    [[File:Abell21-Mak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]]
    Abell 21, Medusa-Nebel, großer planetarischer Nebel, Entfernung 1500 Lj
    Der erst 1955 entdeckte Nebel wurde anfangs als planetarischer Nebel klassifiziert, später als Supernovaüberrest, wird aber jetzt wieder als alter planetarischer Nebel beschrieben, dessen Zentralstern vor etwa 7000 Jahren einen Ausbruch hatte . Der Winkeldurchmesser beträgt 12', dassind bei der angegebenen Entfernung etwa 4 Lichtjahre. Auf der Aufnahme kann man leicht den Zentralstern an seiner blau-grünen Farbe erkennen. Er bildet mit zwei hellen weißen Sternen ein kleines gleichseitiges Dreieck.

    [[File:NGC2264-Lacerta-QHY22-Halpha.jpg|none|auto]] [[File:Konus-Mak-QHY22-Halpha-OIII.jpg|none|auto]]
    NGC 2264, Konus-Nebel, Offener Sternhaufen, HII Region und Molekülwolke, Entfernung 2500 Lj
    Als NGC 2264 wird nicht nur der eingebettete offene Sternhaufen bezeichnet, sondern auch die gesamte HII Region. Die UV- Strahlung der jungen Stern des Haufens ionisiert das umgebende Gas, das zum großen Teil aus Wasserstoff besteht. Das ganze Gebiet ist aber auch durchzogen von Dunkelwolken – Molekülwolken. Besonders markant ist die Dunkelwolke, deren Form einem Konus ähnelt. Manche Leute bezeichnen das auch als „Maria mit dem Kinde“. Das dies auch so gesehen werden kann zeigte ich zu Weihnachten in einem meiner Forumsbeiträge: Maria mit dem Kinde


    Viele Grüße
    Yeti

  • Komet Encke ist wieder daDatum23.01.2017 12:42
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Der kurzperiodische Komet Encke (P=3.3 Jahre) ist jetzt am Abendhimmel zu beobachten. Noch ist er mit 13mag-12mag ziemlich lichtschwach. Im Februar wird seine Helligkeit auf 10mag steigen. Danach ist er leider nicht mehr zu sehen, weil er schon während der hellen Abenddämmerung untergeht.

    Am 20. Januar konnte ich ihn mit meinem 16“ Maksutov (f_eff=3200mm) und parallel dazu mit einem kleinen 72 mm APO (f=432mm) fotografisch beobachten. Für den Mak. benutzte ich eine gekühlte monochrome CCD-Kamera (QHY22), für den APO eine ebenfalls gekühlte Farb-CCD-Kamera (QHY8L). Weil die Außentemperatur -8°C erreichte, konnte ich die Kamerachips auf fast -50 Grad herunter kühlen. Die Animation wurde aus 20 Bildern des Mak. mit je 60 Sekunden Belichtungszeit zusammen gestellt.

    Viele Grüße, Yeti

  • Die Hülle der Nova 1901 PerseiDatum20.12.2016 11:08
    Foren-Beitrag von yeti im Thema Die Hülle der Nova 1901 Persei

    Hallo Karsten,
    da die Novahülle fast ausschließlich in H-Alpha leuchtet, sollte es mit einem entsprechenden Filter selbst unter Großstadtbedingungen möglich sein, sie nach einigen Minuten Belichtungszeit nachzuweisen. Könnt ihr mit dem CLT so lange fehlerfrei nachführen? Das wäre das richtige Teleskop. Mein H-Alpha Filter ist das 6nm Filter von Baader. Der hat inzwischen auch eines mit noch schmalerer Halbwertsbreite, das noch besser geeignet wäre, das Stadtlicht zu reduzieren.
    Viele Grüße
    Martin

  • Die Hülle der Nova 1901 PerseiDatum16.12.2016 20:06
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Hallo Sternfreunde,

    der veränderliche Stern GK Persei leuchtete im Februar 1901 als sehr helle Nova auf und war eine Zeitlang mit 0m.2 so hell wie Wega. Bald darauf entdeckten die Astronomen eine Hülle um den Stern, die sich langsam ausdehnt. Anfangs war es ein Lichtecho an den Gaswolken die zuvor ausgestossen wurden; später beobachtete man Gasknoten von Wasserstoffgas, das direkt vom Novaausbruch stammt. Die Knoten haben Geschwindigkeiten von 600-1000 km/sec. Die Entfernung zur Nova wurde mit ca. 1500 Lj bestimmt. Die Knoten bewegen sich mit 0.2" bis knapp 0.5" pro Jahr vom Zentrum weg. Man sollte also mit mittelgroßen Amateurinstrumenten nach einigen Jahren Veränderungen der Novahülle beobachten können.

    Ich hatte die Nova schon einmal 2015 mit meinem 16"Maksutov fotografiert und jetzt wieder mit dem selben Instrument und der selben Kamera. Diesmal verwendete ich neben einem Schmalband (7nm)-H-Alpha-Filter noch ein OIII- und SII-Filter. Allerdings leuchtet die Hülle fast nur im Lichte der Wasserstofflinie. Die anderen Belichtungsreihen zeigten nichts oder fast nichts von der Hülle. Um die Dynamik der Hülle zu dokumentieren, reichte die Zeitdifferenz von einem Jahr noch nicht aus. Im Internet fand ich ein schönes Farbbild von Adam Block des Mount Lemmon SkyCenter der Universität Arizona. Die Aufnahme ist vom Herbst 2011. Das Instrument war ein 32" RC Teleskop. Die Belichtungszeiten in H-Alpha, R,B und G betrugen insgesamt 47.5 Stunden. Damit kann ich natürlich nicht konkurrieren. Mein Bild zeigt aber auch sehr schön die rot leuchtenden H-Alpha-Knoten. Ich habe mein Bild mit der Aufnahme von Block zur Deckung gebracht und aus beiden Bilder eine Animation erstellt, die deutlich die Ausdehnung der Hülle innerhalb von 5 Jahren zeigt.

    Die beigefügten Bilder zeigen die Novahülle aufgenommen mit dem Maksutov in H-Alpha, in OIII, in einer Farbkombination von H-Alpha mit OIII und in der Animation mit dem Block-Bild.

    Meine Bilddaten sind: 16" Maksutov mit 0.8x Reducer, f_eff=3200mm, QHY22, eine gekühlte monochrome CCD-Kamera, 2 Aufnahmereihen vom 28. Nov. und 5. Dez. 2016, Gesamtbelichtung in H-Alpha = 4,5 Stunden, in OIII = 1,8 Stunden.

    Viele Grüße aus der Eifel
    Yeti

  • Herkules geht, Heracles kommtDatum25.11.2016 14:02
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Liebe Astros,

    etwa 30° nordöstlich des Sternbildes Herkules, das noch tief am westlichen Abendhimmel zu beobachten ist, findet man jetzt den Apollo-Kleinplaneten Heracles. Er ist wie das Sternbild Herkules nach einem Helden der griechischen Mythologie benannt. Mit etwa 12 mag kann er zur Zeit gut beobachtet werden. Seine Bahn verläuft vom Schwanz des Drachen in Richtung Bootes. In 2 Tagen steht er etwas südlich von Alpha Draconis. Den geringsten Abstand zur Erde mit 0.147 AE wird er am 28. Nov. erreichen. Sein Durchmesser wird auf 5-10 km geschätzt. Die Rotationszeit ist noch unbekannt, da sich die Lichtkurve kaum verändert. In dieser Animation sieht das anders aus, was aber daran liegt, dass ständig leichte Wolken vorbei zogen. Die Einzelbilder wurden jeweils mit 2 Minuten belichtet; 24.November, ab 18:34 Uhr MEZ, 16 Zoll Maksutov mit 0.8x Reducer, f_eff=3200mm, gekühlte QHY22 CCD-Kamera, 4x4 binning, 11 x 2 Min.

    Viele Grüße aus der Eifel
    Yeti

  • Ein planetarischer Nebel im WalfischDatum19.11.2016 20:11
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Liebe Astros,

    im Sternbild Walfisch (Cetus) ist im südlichen Teil ein schöner großer planetarischer Nebel zu finden. Er hat die NGC Nummer 246. Der Nebel ist ca. 2000 Lichtjahre von uns entfernt. Sein Durchmesser beträgt 4 Bogenminuten. Der Nebel hat eine Helligkeit von 11 mag, sein Zentralstern ist 12 mag hell. Der Nebel ist in der blau-grünen Farbe des 2-fach ionisierten Sauerstoffs (OIII) heller als im Roten bei H-alpha. Das zeigt sehr schön die kleine Animation und das Farbbild, das aus 20 Bildern mit je 3 Minuten Belichtungszeit mit H-Alpha-Filter und aus 20 Bildern mit OIII Filter zusammengesetzt ist. Die Bilder konnte ich während einer mehrstündigen Wolkenlücke am Abend des 18. November belichten (16" Maksutov, f_eff=3200mm, gekühlte monochrome CCD-Kamera - QHY22).

    Viele Grüße aus der Eifel,
    Yeti, Sternwarte Höchstberg

  • Schon wieder ein Halloween-AsteroidDatum06.11.2016 19:00
    Foren-Beitrag von yeti im Thema Schon wieder ein Halloween-Asteroid

    Liebe Astros,

    am 3. November gegen Mitternacht lief der Kleinplanet 2003 YT1 im Abstand von 18 arcmin an der schönen großen Galaxie NGC 6503 vorbei. Bei mir in Höchstberg war mäßig klarer Himmel. Es gab einige Nebelfelder, aber ich konnte immer mal wieder das Ereignis beobachten und fotografieren. Hier ist ein Summenbild aus 14 Einzelaufnahmen mit je 2 Minuten Belichtungszeit und ein Bildausschnitt, der die Galaxie NGC6503 als median gemittelt zeigt(16" Maksutov mit Reducer, f_eff=3200mm, Canon EOS 5D MarkII, ISO 800). Ausserdem gibt es noch eine Gif-Animation.

    Viele Grüße

    Yeti

  • Schon wieder ein Halloween-AsteroidDatum27.10.2016 15:03
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Liebe Freunde der dunklen Nacht,

    auch dieses Jahr beschert uns das Sonnensystem wieder einen Halloween-Asteroiden. Der letztjährige war der 400m Brocken 2015 TB 145. Vielleicht könnt ihr euch erinnern. Radarbilder zeigten ein Totenkopfantlitz. Er passierte die Erde im Abstand der 1.4 fachen Mondentfernung. Der diesjährige mit der Nummer 164121 und der Bezeichnung 2003 YT1 hat seinen nächsten Erdabstand am 31. Okt. gegen 9 Uhr UT. Er ist dann in etwa 14 fachem Mondabstand. Dafür ist er aber mit 1.7km deutlich größer als der "Totenkopf". Seine Bahn verläuft fast senkrecht zum Himmelsäquator, so dass er in der Nacht nach Halloween den Polarstern und den Himmelspol passiert. Ab 27.10, kurz nach Mitternacht, war er östlich des Orionnebels aufzufinden. Tagsüber zog er , leider für uns nicht beobachtbar, dicht am Pferdekopfnebel vorbei. Sein Weg geht dann weiter 2° westlich von M78, 1.2° östlich von Lambda Ori (Kopf des Orion), am 30.10 nach Mitternacht mitten durch den großen Supernovarest S240 nahe bei Beta Aur, am 2. Nov. gegen 3:30 MEZ mit 4' knapp am Polarstern vorbei, und am 3. 11 gegen Mitternacht ist er nahe der schönen großen Spiralgalaxie NGC 6503 (18').

    Die M42-Passage am 27.10 nach Mitternacht konnte ich mit meinem kleinen Lacerta APO mit Reducer (D=72mm, f_eff=360mm) und einer Canon 5D,MarkII fotografieren. Die Belichtungszeiten waren zwischen 1:15 bis 1:36 MESZ. Die südliche Orionregion stand bei etwa Azimut=140°, Höhe=26°. Das ist eine Region, in der man viele geostationäre Satelliten findet. Während der Aufnahmezeit bewegte sich der Sternhimmel über einen solchen Satelliten hinweg. Die 2 minütige Belichtungszeit pro Bild zeigt sich deshalb durch 1/2° lange Striche im Bild. Leider wurde es nach 10 Einzelaufnahmen zunehmend neblig.

    Weitere Angaben zu 2003 YT1 und genaue Ephemeriden gibt es z.B. hier: http://neo.jpl.nasa.gov/ca/

    Viele Grüße aus der Eifel
    Yeti

  • Ein aufblühendes KatzenaugeDatum02.09.2016 20:08
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Hallo Nachtschwärmer und Katzenliebhaber,

    einer der schönsten planetarischen Nebel ist der Katzenaugennebel, NGC 6543, im Sternbild Drache nahe des Pols der Ekliptik. Das Objekt ist wegen seiner Helligkeit sehr gut geeignet für visuelle Beobachtungen auch unter dem Stadthimmel. Die grünliche Farbe und auch der helle Zentralstern lassen sich sofort erkennen. Der helle innere Teil des Nebels ist nur 1 Bogenminute groß, so dass hohe Vergrößerungen sinnvoll sind. Langbelichtete Aufnahmen zeigen zusätzlich noch eine reich strukturierte und sehr große äußere Hülle. Jetzt offenbart sich die wahre Schönheit des Katzenauges. Die Gif-Animation ist aus 9 Bildern mit Belichtungszeiten von 10 Sekunden bis 1280 Sekunden zusammengesetzt. Das 10. Bild ist die Summe aller Einzelaufnahmen. Die Zeiten habe ich jeweils verdoppelt. Aufnahmeinstrument war ein 25cm 1:4 Newton, bestückt mit einer monochromen gekühlten CCD-Kamera (QHY22). Die Bilder der Animation wurden am 1. September mit einem O III-Filter aufgenommen. Zwei Tage zuvor hatte ich Aufnahmen in H-Alpha und OIII gemacht und gesehen, dass der Nebel in H-Alpha nur schwach ausgeprägt ist. Aus den beiden Filteraufnahmen habe ich ein RGB-Farbbild zusammengesetzt. Die kreuzförmige Struktur um den hellen Zentralteil ist nicht real. Sie kommt durch Beugung des Lichtes an den Streben der Fangspiegelhalterung. Die Übersichtsaufnahmen zeigen noch links die Galaxie NGC 6552 und rechts die schwache Galaxie PGC 61111. Parallel zu den Aufnahmen mit dem Newton habe ich den Nebel mit meinem 16“ Maksutov bei einer effektiven Brennweite von 3200mm und einer Farb-CCD-Kamera (QHY8l) fotografiert. Bei nur 40 Sekunden Belichtungszeit sind die Nebelstrukturen noch nicht in Sättigung. Das Farbbild zeigt sehr schön die innere gewundene Struktur des Katzenauges.

    Beigefügt: Gif Animation(das Aufblühen des Katzenauges)
    H-Alpha Bild
    O III Bild
    H-Alpha und O III als RGB kombiniert
    Farbbild mit dem Maksutov (Ausschnitt)

    Viele Grüße, Yeti

  • Ein schöner Perseiden-MeteorDatum10.08.2016 19:52
    Thema von yeti im Forum Rund ums Beobachten

    Liebe Freunde der Nacht,

    die Nacht von Dienstag (9.August) auf Mittwoch ist hier in der Eifel gegen 23 Uhr noch klar geworden, so dass ich die Chance nutzte, erste Perseiden-Meteore zu fotografieren. Ich hatte meine Canon-Kamera (eine 1000D) mit Standard-Zoom-Objektiv bei f=24mm auf ein Fotostativ gestellt und mit Hilfe eines Timers Reihenaufnahmen von je 30 Sekunden Belichtungszeit bei 800 ASA gemacht. Mit dieser Zeit sind die Sterne bei einer Deklination von 50° bis 60° (Perseus - Cassiopeia) ohne Nachführung noch fast punktförmig. Auf meinen fast 300 Bildern habe ich leider nur einen hellen Meteor im Gesichtsfeld gefunden, dafür aber jede Menge Flugzeug- und Satellitenspuren. Die kleine Animation gibt einen Eindruck davon wieder. Der Meteor erschien gegen 00:21 Uhr. In dem Einzelbild ist sehr schön der Farbverlauf von Grün über Orange bis zum weiß-hellen Aufleuchten am Ende der Spur zu erkennen. Heute Nacht soll es nochmals klar werden, aber für die Nacht mit dem Perseidenmaximum von Donnerstag auf Freitag ist überall in Deutschland sehr schlechtes Wetter vorhergesagt.

    Viele Grüße aus der Eifel
    Yeti

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