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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Rund ums Beobachten
Heidei Offline

Mitglied VdS

Beiträge: 45

01.04.2014 20:42
Jupiter mal anders - mit Lebewesen antworten

Hallo zusammen !

Letztes Wochenende habe ich das Wetter ausgenutzt und war wieder mit meinem R200SS im Weißer Bogen, um Planeten zu fotografieren. Wie üblich kam da meine ASI120MM mit 4x Televue Powermate und Filterrad mit Astronomik-2c-Filtersatz zum Einsatz. Freitagabend war wie jeder Beobachtungsabend, der Samstagabend hielt aber eine kleine Überraschung parat:

Mit der Fernrohrkiste in den Weißer Bogen radeln, Fernrohr aufbauen, justieren, Kamera drauf, Jupiter anvisieren und loslegen mit den Aufnahmen (AVIs mit FireCapture bei 100 Aufnahmen pro Sekunde) - zuerst war alles ganz normal.

Dann auf einmal huscht etwas über die Jupiterscheibe - ich habe mir prompt eine Notiz gemacht und erst einmal ohne weitere Vorkommnisse weiter gemacht. Zu Hause habe habe ich mir dann sofort den betreffenden AVI angeschaut - da huschte wirklich etwas !
Ich habe also den Film in seine Einzelbilder zerlegt, und tatsächlich zog auf einer Sequenz von 20 Bildern ein kleiner Schatten über die Jupiterscheibe - 20 Bilder, das waren 0,2 Sekunden. Aus den 20 Bildern sowie je 10 Bildern davor und danach habe ich einen kleinen AVI zusammengesetzt, der mit 20 Aufnahmen pro Sekunde läuft, also einer fünffachen Zeitlupe.

Hier klicken und ihr könnt ihn euch anschauen - bitte habt etwas Geduld: da es ein AVI ist, sind es selbst mit nur 40 Bildern knapp 24 MB.

Ich habe während dieses Durchfluges drei Flügelschlage gezählt - drei in 0,2 Sekunden macht 15 Flügelschläge pro Sekunde, das ist für einen Vogel recht schnell, außerdem war es zum Aufnahmezeitpunkt kurz vor Mitternacht, so dass es wohl eher eine Fledermaus als ein Vogel ist. Eine Kollegin von mir ist Fledermaus-Expertin, ich habe sie schon angesprochen, dass ich da einen Film für sie habe - mal schauen, was sie davon hält.

Was mich etwas irritiert, ist die Tatsache, dass Jupiter mit zur Zeit knapp 40" nun nicht gerade Vollmondgröße hat, die Fledermaus hat eine Flügelspannweite von etwa 6" - da komme ich auf ca. 350 m Entfernung pro cm Objektgröße. Da Jupiter zu den Zeitpunkt eine Höhe von etwas 27° hatte, heißt das aber auch pro 350 m Entfernung eine Höhe von gut 150 m. Ich frage mich jetzt ernsthaft, wie groß (in cm) diese Fledermaus wohl war und wie hoch Fledermäuse fliegen.

Ansonsten: Was haltet ihr denn davon ?

Schöne Grüße aus Sürth,
Ingo, dat Heidei

PS: Die Planetenbilder als solche zeige ich auch gerne noch !

Maat et joot !

Vixen R200SS, ASI120MM, ATIK 314L+

Julius Cäsar Offline

Mitglied VdS


Beiträge: 345

02.04.2014 08:46
#2 RE: Jupiter mal anders - mit Lebewesen antworten

Hallo Ingo,
wie cool ist das denn!
Jedenfalls sind die Flügelschläge deutlich zu erkennen, ein Flugzeug oder ein Modellbauirgendwas kann es wohl nicht sein.

Da die Fledermaus naturgemäß nicht besonders groß gewesen sein dürfte, sie aber vor der Jupiterscheibe relativ groß zu sehen ist und auch Details wie Flügelschlag zu erkennen sind, wird sie wohl nicht sehr weit entfernt gewesen sein.

Vielleicht war es auch nur Batman, der seinen neuen Stratosphärenanzug ausprobiert hat......

Auf jeden Fall ein toller Schnappschuss, Glückwunsch!

J.C.

Heidei Offline

Mitglied VdS

Beiträge: 45

03.04.2014 11:09
#3 RE: Jupiter mal anders - mit Lebewesen antworten

Hallo zusammen nochmal !

Ich hatte inzwischen Gelegenheit, bei mir auf der Arbeit (Bundesamt für Naturschutz) mit unserer Fledermaus-Expertin zu sprechen - Sie wollte sich zwar auf keine Fledermaus-Art festlegen, stimmte mir aber zu, dass das am ehesten eine Fledermaus ist. Was die Flughöhe angeht, erfuhr ich, dass bei wandernden Fledermaus-Arten große Höhen nicht ungewöhnlich seien. Es sei lediglich ungewöhnlich früh im Jahr.

'ne schöne Jrooß vum Heidei

Vixen R200SS, ASI120MM, ATIK 314L+

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