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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Astrofotografie und Bildbearbeitung
Mathias Offline



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Beiträge: 188

11.03.2023 23:47
Möwennebel mit Duo-Schmalbandfiltern aus Köln antworten

Hallo Sternfreunde,

heute zeige ich das Ergebnis meines zweiten Projekts der Schönwetterphase Ende Februar/Anfang März.
Es ist gleichzeitig meine Aufnahme mit der längsten Integrationszeit. Insgesamt habe ich 1.071 Minuten bzw. 17,85 Stunden investiert.
Mein Ziel war die Region "Möwennebel". Es ist so ziemlich das letzte Nebelgebiet, das ich von meinem Balkon aus anvisieren kann, bevor die Galaxienzeit beginnt.

Die Hauptkomponenten der "Möwe" sind drei große Gaswolken, von denen die markanteste Sharpless 2-296 ist, die die "Flügel" bildet. Sh2-296 erstreckt sich über etwa 296 Lichtjahre von einer Flügelspitze zur anderen und zeigt leuchtendes Material und dunkle Staubbahnen.
Es handelt sich um eine HII-Region, die auf die aktive Bildung neuer Sterne hinweist und deren Strahlung, welche die Wolken zum Leuchten bringt, die Formen der Wolken bestimmt.
Sh2-292 (IC2177), über den "Flügeln", bildet den "Kopf" der Möwe und zeigt einen riesigen leuchtenden Stern, HD 53367, der 20-mal massereicher ist als die Sonne und den wir als das durchdringende "Auge" der Möwe sehen.
Der Stern ist tatsächlich ein Dreifachsternsystem, dessen Hauptkomponente ein junger variabler Herbig Ae/Be-Stern ist – ein massereicher Vorreihenstern – vom Spektraltyp B. Er allein hat eine Masse, die mehr als das 12-fache der Sonne beträgt, und ist 11.000-mal leuchtender als die Sonne.
Die dunklen Schwaden sind Staubbahnen.
Die Möwe befindet sich an der Grenze zwischen den Sternbildern Canis Major (Der große Hund) und Monoceros (Das Einhorn), in einer Entfernung von etwa 3700 Lichtjahren zu uns.

In diesem Nebel gibt es so viel zu entdecken, das man hier nur einen kurzen Überblick geben kann. Der Möwennebel hat eine scheinbare Größe, die etwa siebenmal so groß ist wie der Vollmond!

Ich habe den zwei Versionen erstellt:

1) Die Bilddaten wurden als RGB-Bild entwickelt.



2) Die Kanäle wurden getrennt und dann in Falschfarben als "Fake-Hubble" entwickelt.



In beiden Versionen habe ich die Sterne mit ihren richtigen Farben intergiert. Dafür hatte ich eine Extra-Stunde bei der Aufnahme investiert.

Welche Variante gefällt euch besser?

Die Daten:
- Aufnahmen am 25.2./ 26.2. /28.2./ 01.03. / 02.03.
- 191 x 300 Sekunden mit L-extreme (Gain 100, -10 Grad)
- 29 x 120 Sekunden ohne Filter (Gain 0, -10 Grad)

Ausrüstung:
TLAPO 80/480 mit 0,79 Reducer, ZWO ASI 2600mc pro, ZWO OAG mit ASI 290mm, ZWO AM5 Mount, AsiAir Pro

Bildbearbeitung:
Pixinsght und Photoshop

Standort: Köln Sülz

Viele Grüße und CS
Mathias


P.S.:
Meine letzte Aufnahme des Objekts vom 22.12.2021 mit knapp 3 Stunden Integrationszeit zum Vergleich: Fenster zum Hof

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pjs Offline



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Beiträge: 281

12.03.2023 19:20
#2 RE: Möwennebel mit Duo-Schmalbandfiltern aus Köln antworten

Hallo Mathias

Glückwunsch und das aus der Stadt. Hat wahrscheinlich damit zu tun das du so viele Photonen gesammelt hast.
Mir gefällt die "Hubble" Bearbeitung. Sie zeigt mehr "Tiefe" und schwächere Details kommen etwas deutlicher hervor.
Toll, weiter so.

CS
Peter

Blue Star Offline

Mitglied VdS /
Moderator

Beiträge: 437

13.03.2023 18:21
#3 RE: Möwennebel mit Duo-Schmalbandfiltern aus Köln antworten

Hallo Mathias,

es ist immer wieder erstaunlich, was heute mit der Technik schon alles so geht.

Und 17,85 Stunden

Ja und welches Bild gefällt mir besser, das erste. Auch wenn man in dem "Fake-Hubble" mehr Details erkennt, bin ich doch eher ein Freund der klassischen Astrobilder, wenn ich es mal so ausdrücken darf.

Schönen Gruß und CS
Karsten

Mathias Offline



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Beiträge: 188

13.03.2023 21:06
#4 RE: Möwennebel mit Duo-Schmalbandfiltern aus Köln antworten

Vielen Dank Peter und Karsten!
Dann steht es jetzt 1:1 und zwar genau aus den Gründen, weshalb ich mich auch nicht richtig entscheiden kann.
Einerseits ist die RGB Version "natürlicher", andererseits sieht man in der Falschfarben-Variante mehr Details.
Ich mach einfach in Zukunft immer beides ;-)
Was ich auch machen muss: besser rechnen. Ich habe nämlich beim Addieren irgendwie die Sternfarben-Session doppelt gezählt.
Es sind zwar immer noch viele Stunden, aber da will ich natürlich genau sein: 1.013 Minuten bzw. 16,88 Stunden.

Viele Grüße
Mathias

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